Gelangweilt stehe ich am Fensterbrett und schaue aus dem kleinen Loch in der Wand zur Küche hinaus. Was ich sehe, ist nicht viel. Eventuell ein paar Bäume, aber ansonsten finstre Nacht. Kalt ist es geworden, arschkalt um genau zu sein. Auf dem Herd brutzeln ein paar Schnitzel in der Pfanne, dazu soll es einen Salat geben. Einen Gemischten. Ohne Dressing.
Während die Schnitzel in der Pfanne vor sich hin braten, schicke ich meine Gedanken auf die Reise um irgendwann festzustellen, dass das Leben auch ein beschissenes Arschloch sein kann. Hin und wieder. Nicht oft, aber wenn, dann mit voller Gewalt. „Naja, da musst Du halt durch“, denke ich so bei mir. Warum sollte es Dir anders ergehen, als dem Rest der Welt. Jeder hatte mal beschissene Tage. Aber ich habe immerhin Schnitzel. Das ist doch auch was.
Das Leben ist wie eine Straße. Eine Straße, die eigentlich in nur eine Richtung führt aber dennoch hin und wieder Gabelungen parat hat. An diesen angekommen muss man sich entscheiden, welchen Weg man einschlagen möchte, um eigentlich doch nur in die eine Richtung zu kommen. Meistens ist es so, dass sich die folgenden Wege grundlegend unterscheiden. Einer der Wege ist beschissen, voller tiefer Löcher und hoher Hindernisse. Der andere ist das komplette Gegenteil. Er ist eine fest ausgebaute Fahrbahn, mit reichlich Platz an allen Seiten und über ihm singt die Sonne ein fröhliches Lied.
Natürlich entscheidet man sich am Anfang des Weges, welcher sich Leben nennt, immer für den einfachen Weg. Doch manchmal kann sich dieser scheinbar gute Weg nach einigen hundert Metern auch als totale Katastrophe erweisen. Er verwandelt sich in einen schlammigen, nassen Pfad, vollkommen ausgetreten, ausgelatscht. Der Weg, den man nun geht wird zur Qual und man denkt sich, wie viel leichter wäre es einem wohl auf dem anderen Weg ergangen.
Die Schnitzel in der Pfanne sehnen sich danach gedreht zu werden. Und sobald diese auf der anderen Seite liegen, so wendet sich auch mein Leben. Eine neue Blickrichtung bietet ein neues Ziel. Ein neuer Gedanke, reift zur Idee und wird zur Vision. Ein Stern leuchtet in der scheinbar dunklen Nacht und auf einmal wird das Leben zu Pommes und Kino. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn auch jeder schöne Apfel kann von innen faul sein.
Manchmal spielt das Leben uns übel mit. Hin und wieder möchten wir auf alles und jeden scheißen und wir fragen uns, mit aller Gewalt, warum wir uns diesen ganzen Dreck überhaupt antun. In diesen Momenten stehen wir an den erwähnten Gabelungen und in diesen Augenblicken müssen wir uns für den einen oder anderen Weg entscheiden.
Ich habe beschlossen, mich noch ein wenig an der Kreuzung auf zu halten, in Ruhe mein Schnitzel zu essen und vielleicht an dem Salat zu naschen, welchen ich eigentlich nur zu Dekozwecken kreiert habe! Während ich mir das leckere Fleisch schmecken lasse, schaue ich auf die Wege und frage mich, für welchen ich mich dieses Mal entscheiden soll. Aber ich denke mir, dass ich mir heute die Entscheidung schenke, die Füße hochlege und den lieben Gott einfach mal einen guten Mann sein lasse.
Das Leben kann so geil sein. Auch wenn es manchmal ein Arschloch ist. Aber, dass sind wir doch sicher allemal. Irgendwann …






Genau .. so isses! Bis auf das letzte Schnitzel. Und manchmal sind auch die Schnitzel Arschlöcher …. manchmal zäh und ungenießbar … oft aber auch knusprig und köstlich und unwiderstehlich.
Musst es richtig schneiden und plattieren.
dekosalat ohne dressing? schnitzel? toll, jetzt hab ich hunger! arschloch! also nicht sie, hr. luttmann, der hunger!
…ich wäre meinem leben ja sehr dankbar, wenn es jetzt dann auch mal aufhören würde, ein arschloch zu sein. mein gott, ist selbstmittleid was tolles.
@werkarniggel: Du darfst niemals sagen, dass Schnitzel Arschlöcher sind! Niemals!
@Chrissy: Natürlich!
@Pssst!: Na dann! Guten Appetitt!
@Jule: Selbstmitleid ist geil! Man kann so herrlich drin baden!