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	<title>PIRGOFABRIK &#187; Literatur</title>
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	<description>mehr Fabrik geht nicht ...</description>
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		<title>Sehr geehrte Psychologen, ich hätte da eine Frage!</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 21:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Luttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[sychologen anwesend? Ich hätte da mal eine kleine Frage. Ernsthaft. Ein kleine, wunderbare Frage die auf meiner kleinen, geschundenen Seele liegt. Nun, am besten wäre es, ich täte sie stellen, bevor sie wieder in den dunklen, undurchschaubaren Synapsen meines bemerkenswerten Gehirns verschwindet. Also gut. Los geht es: Sehr geehrte Herren, oder Damen, je nachdem, Psychologen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7286" title="psycho" src="http://pirgofabrik.org/wp-content/uploads/2012/02/psycho.jpg" alt="" width="600" height="399" /></p>
<p><strong>
<div class="dropcap adelle">P</div>
<p>sychologen anwesend? Ich hätte da mal eine kleine Frage. Ernsthaft. Ein kleine, wunderbare Frage die auf meiner kleinen, geschundenen Seele liegt. Nun, am besten wäre es, ich täte sie stellen, bevor sie wieder in den dunklen, undurchschaubaren Synapsen meines bemerkenswerten Gehirns verschwindet. Also gut. Los geht es: Sehr geehrte Herren, oder Damen, je nachdem, Psychologen. Woran liegt es, dass mit dem Beginn der Finsternis meine Kreativität steigt, ebenfalls mein Wohlbefinden und meine Glücksgefühle, diese aber nach der Nacht, unmittelbar nach dem Aufstehen, wieder verschwunden sind? Diese Frage brennt in mir seit geraumer Zeit, und doch kann ich keine Antwort finden.</strong></p>
<p>Ich las in der Vergangenheit zahlreiche Bücher, das Thema Glück betreffend, stieß aber auf keinen geeigneten Lösungsansatz. Auch die Religionen dieser Welt konnten mir auf diese Frage keine Antwort bieten. Zu nächtlicher Stunde versuchte ich meinen Geist durch die Einnahme diverserer Alkoholika zu erweitern, aber auch hier fand ich, bis auf Kopfschmerzen am nächsten Morgen, nichts. Woran liegt es also, dass ich, je näher ich der Stunde null komme, glücklicher werde?</p>
<p>Dank einem guten Buchhändler habe ich das große Buch der Psychologie zur Hand. Ein schwerer Klops in blauem Umschlag. Ich informierte mich in diesem über den Bauplan des Nervensystems, die subkortikale Organisation und die menschliche Hirnrinde. Die Psychophysik und das Messen von Erlebnissen sind mir, dank dieser Lektüre nicht mehr fremd und in der Neurophysiologie des visuellen Systems macht mir niemand etwas vor. Doch mich befriedigende Antworten fand ich nicht.</p>
<p>Man riet mir dazu, Antworten mit Hilfe von Hypnose zu finden, doch davon halte ich nicht viel. Vielleicht ist das intolerant, der Technik gegenüber, aber das macht mir nichts. Andere sagten, ich solle es einfach hinnehmen, es akzeptieren wie es ist, aber auch mit dieser Idee bin ich nicht zufrieden. Mir geht es wie dem kleinen Prinzen, der einmal eine Frage gestellt, nicht eher Ruhe gibt, ehe er die Antwort erfahren durfte. Warum also macht die Nacht mich glücklich?</p>
<p>Ich habe eine Vermutung, die vage ist, mit der ich komplett danebenliegen kann. Es ist die Freiheit, die mir die Nacht bringt. Die Stille, das Fehlen von Stress und Hektik. Es ist die Einsamkeit, die mir Glück beschert, obwohl ich des Nachts natürlich nicht einsam bin, irgendwer ist immer hier. Es ist die Ungezwungenheit, mit der ich mich durch die Finsternis bewegen kann, denn Stilbrüche erkennt in der Dunkelheit niemand. Wie heißt es so schön? In der Nacht sind alle Katzen grau. Es ist das Fehlen von Zeit, denn zu jener Zeit kenne ich die Zeit nicht. Ich befinde mich einfach im Hier und Jetzt. Ich schreibe, denke, lache, lese. Freue mich über dieses und jenes und werde müde.</p>
<p>Anders hingegen ist es, wenn der Tag beginnt. Der Wecker klingelt und zwingt mich zum Aufstehen. Der Magen ruft, der Hund möchte sich lösen und auch die eigene Blase verlangt nach Aufmerksamkeit. In den Wintermonaten möchte der Kamin befeuert werden, wenn es schlecht läuft, der Bürgersteig gestreut. Die Uhr ermahnt mich voran zu kommen, das Haus zu verlassen. Der Anzug muss sitzen, dass Haar liegen. Das Telefon klingelt, Emails kommen an, Rechnungen möchten kontrolliert werden, Bestellungen getätigt. Hier hat jemand ein Problem, da jemand eine Frage, Mittagszeit. Nach Hause fahren, Essen, Hund streicheln, Holz nachlegen. Ich freue mich darüber, den Hund zu streicheln. Die Uhr. 14:00 Uhr. Ankunft im Büro. Wieder klingelt das Telefon. Ein Termin steht an, ein zweiter möchte gemacht werden. Frau Schmidt hat wieder einmal ein Problem, Herr Müller braucht eine Idee. Zwischendurch Facebook, ein dummer Spruch in Richtung des Auszubildenden. Jeder braucht so seine Brücken. Es ist was dazwischen gekommen. Noch mal los. Der Feierabend verabschiedet sich, kommt eine halbe Stunde später. Nach Hause fahren, mit den Hund raus – was Entspannung ist – das Telefon klingelt. Gespräche. Abendbrot. Langsam kehrt Ruhe ein, es wird dunkel.</p>
<p>Es ist eine Vermutung, der Hauch einer Idee. Ein Ansatz für eine Lösung, ein Gedankenspiel. Nichts muss richtig sein, alles kann falsch sein. Wie gesagt, ich habe gesucht, mich mit psychologischen Dingen befasst, keine befriedigende Antwort gefunden. Sehr geehrte Damen und Herren, so ist es richtig herum, sagt die Norm, scheiß auf Gleichberechtigung, Psychologen, Hobbypsychologen, alle die sich angesprochen fühlen. Haben Sie einen Antwort auf meine Frage?</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="toggle-box-wrapper">
<div class="toggle-box">
<h4 class="toggle">Anmerkung</h4>
<div class="toggle-content" style="width:Width of toggle boxpx;">Bei diesem Text handelt es sich um einen literarischen Text der wahrscheinlich keine Rückschlüsse auf meine Psyche zu lässt. Ein Text, der aus Spaß geschrieben wurde, der kein Gemeckere oder Geheule darstellen soll.</p>
<p>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!</p></div>
</div>
</div>
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		<title>17 Zeilen</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 19:28:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Luttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele von Euch wissen es. Ich schreibe gerade an meinem ersten Roman. Was heißt gerade. Ich fummel da schon einge Jahre dran herum und nie war ich wirklich zufrieden. So langsam kommt aber Schliff in die Sache und die Nebelfetzen werden langsam zu scharfen Umrissen die mir gefallen. Zugegebener Maßen bin ich immer noch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft  wp-image-2010" title="IMG_8919" src="http://pirgofabrik.de/wp-content/uploads/2010/02/IMG_8919.jpg" alt="" width="288" height="192" />Viele von Euch wissen es. Ich schreibe gerade an meinem ersten Roman. Was heißt gerade. Ich fummel da schon einge Jahre dran herum und nie war ich wirklich zufrieden. So langsam kommt aber Schliff in die Sache und die Nebelfetzen werden langsam zu scharfen Umrissen die mir gefallen. Zugegebener Maßen bin ich immer noch nicht wirklich zufrieden, deswegen fliegt immer mal wieder etwas und etwas neues kommt hinzu. Generell kann ich aber sagen, dass es eine Handlung gibt, diverse wichtige Personen, Nebendarsteller und Randfiguren. Eine eigene kleine Welt in meinem Kopf. Ich habe mir heute mal 17 Zeilen rausgepickt &#8211; irgendwo einfach kopiert &#8211; und möchte Euch diese 17 Zeilen einfach mal präsentieren. Vielleicht mag der ein oder andere ja seinen Senf dazugeben. Vielen Dank!</p>
<p><span id="more-6939"></span></p>
<p>Dazu sei noch gesagt, es ist keine Autobiographie, hat nichts mit mir oder Personen aus meinem Leben zu tun. Das einzige, was ich und die Hauptpersonen teilen ist der Musikgeschmack! <img src='http://pirgofabrik.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<blockquote>
<h4>AUSZUG&#8230;</h4>
<p>&#8230;Peter Steeles unverkennbare Stimme dringt durch die Lautsprecher in mein Ohr. In leisen Tönen sagt er mir, dass alles stirbt. Er erzählt von seiner Tante, seinem Onkel. Er vermisst seinen Vater und sorgt sich um seine Mutter. Und wieder spricht er es aus: Alles stirbt &#8211; Alles stirbt. Insgeheim hoffe ich, dass er recht behält, obwohl ich weiß dass er recht hat. Ich wünsche mir dass alles stirbt. Ich wünsche mir dass ich sterbe, so wie er sich wünscht zu sterben. In dem Song. Er hat es geschafft. Und ich? Alles stirbt. Irgendwann. Die Erkenntnis lässt mich ruhig werden und erschrecken, denn ich hoffe, dass Herr Neumann lange lebt. Ich wünsche ihm ein langes Leben. Ein wirklich langes Leben. Diesem verlogenen Drecksack.</p>
<p>Auf der Ablage meines rostigen roten Polos liegt eine Schachtel PALL MALL. Die sind günstiger als andere Zigaretten. Ich nehme sie in meine Hand, öffne sie und ziehe die letzte Zigarette raus. Während ist sie mit meinen Lippen halte, greife ich nach dem Feuerzeug in meiner Hosentasche. Eine Flamme, ein tiefer Zug. Ich blase den Rauch in das Innere dieser Schrottkarre. Mir ist bewusst, dass der Rauch direkt in den Anzug geht, den ich gerade frisch aus der Reinigung geholt habe. Ich weiß auch, dass der Geruch meinen ersten Eindruck den ich gleich erwecken werde nicht der Beste sein wird, aber das ist mir egal. Der Erste wird der Letzte sein.</p></blockquote>
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		<title>Bedenke, Du stirbst.</title>
		<link>http://pirgofabrik.de/bedenke-du-stirbst/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 18:47:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Luttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Tattoo]]></category>
		<category><![CDATA[Tattoos]]></category>
		<category><![CDATA[Torsten Luttmann]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir schreiben das Jahr 2000irgendwas. Es ist Herbst. Ich sitze vor meinem Haus auf der Bank, wie ich es an so vielen Abenden in meinem Leben schon getan habe und schaue der Sonne beim Untergang zu. Vielleicht der letzte Untergang in meinem Leben. Um die Hausecke kommt mein Enkel gerannt und möchte auf meinen Schoß. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-6678" title="roise" src="http://pirgofabrik.de/wp-content/uploads/2011/10/roise.jpg" alt="" width="300" height="222" />Wir schreiben das Jahr 2000irgendwas. Es ist Herbst. Ich sitze vor meinem Haus auf der Bank, wie ich es an so vielen Abenden in meinem Leben schon getan habe und schaue der Sonne beim Untergang zu. Vielleicht der letzte Untergang in meinem Leben. Um die Hausecke kommt mein Enkel gerannt und möchte auf meinen Schoß. Ich nehme ihn vorsichtig hoch und biete ihm einen Platz auf meinem Knie an. Er lächelt. Mit seinen kleinen Händen fährt er über die Haut meiner alten Arme. Mit seinem Zeigefinger folgt er den schwarzen Linien. Interessiert schaut er in mein müde gewordenes Gesicht und fragt mich: <em>„Opa, warum hast Du so viele Bilder auf Deinen Armen?“</em></strong></p>
<p><em>„Das ist eine gute Frage. Aber ich muss ein wenig ausholen. Als ich jünger war, jünger als dein Vater heute, hatte ich den Sinn des Lebens noch nicht wirklich verstanden. Ich dachte, es wäre gut, beliebt zu sein. Ich glaubte, dass wenn alle Menschen in unserem Dorf mich mögen, würde ich glücklich werden. Also begann ich so zu leben, wie ich glaubte, die Leute würden es von mir erwarten. Es fing ganz harmlos an. Mein Lehrer sagte mir, ich müsse einen bestimmten Beruf haben – der würde was darstellen. Also erlernte ich diesen Beruf. Aber ich war nicht zufrieden, was nicht an dem Beruf lag. Man sagte mir, ich solle die Ausbildung auf jeden Fall zu Ende machen, dann hätte ich was in der Tasche. Zwar war ich nicht glücklich, trotzdem tat ich es.</em></p>
<p><em><span id="more-6670"></span>Später wollte ich wieder zur Schule gehen, etwas anderes lernen. Ich meldete mich bei der Schule an. Und wieder waren dort Stimmen die mir sagten, dass das was ich vorhätte keinen fruchtbaren Boden besäße. Nein, es waren nicht die Großeltern deiner Mutter. Die haben mich immer unterstützt. Also brach ich die Schule ab und hörte auf die Stimmen.</em></p>
<p><em>Wieder waren einige Menschen zufrieden. Ich machte eine Fortbildung und lernte das Internet kennen. Ich liebte es und die Möglichkeiten die es mir bot. Schnell lernte ich damit umzugehen. Ich experimentierte, probierte, lernte. Nach dem Zivildienst, damals gab es so etwas noch, wurde ich arbeitslos. Das gefiel vielen Stimmen nicht. Mir auch nicht. Aber anstatt lange zu schlafen, lernte ich. Und ich machte Fortschritte. Das Internet wurde mein zweites Zuhause. Das gefiel einigen und diese baten mich um Hilfe. Vereine, Menschen, Freunde. Das wiederum gefiel mir, denn es zeigte mir, dass ich beliebt war. Ich glaubte auf dem richtigen Weg zu sein.</em></p>
<p><em>Mittlerweile hatte ich einen Job gefunden. Im Außendienst. Allerdings durfte ich dort nicht das tun was mir am Herzen lag und da ich das Gefühl hatte, dass ich es den anderen nicht Recht machen konnte, kündigte ich. Gleich darauf gründete ich eine Agentur. Ich half Menschen dabei ins Internet zu kommen. Es lief gut. Die Firmen riefen an, ich beriet sie, brachte sie ins Netz. Die Menschen mochten mich. Ich glaubte, ich hatte es geschafft. Dann lief irgendwas falsch. Ich hatte einen Fehler gemacht. Einen großen Fehler. Die Agentur ging den Bach hinunter und die Menschen sprachen über mich. Hinter meinem Rücken. Das machte mich traurig. Sehr traurig.</em></p>
<p><em>Ich gab die Agentur auf und suchte mir einen neuen Job. Die Leute sprachen immer noch über mich. Ich lernte damals deine Oma kennen, arbeitete sehr hart und bügelte die Fehler, die ich gemacht hatte wieder aus. Und ich wusste, dass ich es niemals allen Menschen Recht machen konnte. Also entschloss ich mich dazu, im Strom mit zu schwimmen. Dabei ging ich unter. Ich wurde einer von vielen. Still. Im Schatten. Auch das machte mich unglücklich.</em></p>
<p><em>Als ich dreißig war, hatte ich mich gefangen. Beruflich war ich auf einer großen Straße unterwegs, als der Himmel sich für mich auftat. Es regnete. Es regnete so stark, wie ich es noch nicht erlebt hatte. Nur mit Mühe konnte ich die Straße sehen, denn die Scheibenwischer hatten ihre Probleme mit den Wassermassen. Ich fuhr weiter. Dabei konzentrierte ich mich auf die Straße, als mich plötzlich dies Gefühl überkam, ich würde schwimmen. Die Kontrolle über das Fahrzeug hatte ich verloren. Es rutschte auf die Gegenfahrbahn. Von vorne kam ein LKW auf mich zu. Mit der Lichthupe gab er mir ein Signal, aber ich konnte nichts machen. Es war vorbei. Dachte ich.</em></p>
<p><em>Im letzten Moment bekamen die Reifen wieder Boden zu packen. Ich riss das Steuer rum, scherte auf meine Fahrbahn zurück und hörte nur noch das Hupen und das Rauschen des LKWs, der an mir vorbei zog. Bei der nächsten Gelegenheit bog ich ab, hielt den Wagen und stieg aus. Es hörte auf zu regnen und einige Minuten später schien die Sonne.</em></p>
<p><em>In diesem Moment erkannte ich, dass mein Leben irgendwann vorbei ist und ich nicht sagen kann, wann der Zeitpunkt kommt. Es hätte jederzeit sein können. Zu jedem Augenblick. Und damit erkannte ich, wie wertvoll das Leben überhaupt ist und wie unwichtig viele Sorgen sind, über die man sich täglich den Kopf zerbricht. Allerdings hatte ich Angst, diese Erkenntnis wieder zu vergessen, denn wir Menschen neigen dazu, wichtige Dinge zu vergessen. Für mich war es klar, dass ich es mir irgendwo notieren musste. Irgendwo, wo ich es immer schnell und sicher sehen konnte. Es war klar, dass es nur mein Arm sein durfte. Also entschied ich mich für mein erstes Tattoo.“</em></p>
<p>Ich drehe meinen Arm und zeige meinem Enkel die Stelle. Er erkennt den Totenkopf, die Sanduhr und die Rose. Dann fährt er mit seinem Finger wieder über meine Haut und folgt den schwarzen Buchstaben. <em>„Was heißt das Opa?“</em></p>
<p><em>„Das ist Latein. Es heißt Memento mori. Es bedeutet, dass man daran denken soll, dass man stirbt. Das war mein erstes Tattoo. Ich ließ es mir stechen, als ich dreißig war. Noch vor meinem Geburtstag. Das war mir wichtig. Und dann begann ich, meine Haut mit vielen Erinnerungen zu beschreiben. Dinge die mir wichtig waren. Die mir etwas bedeuteten. Allerdings wollte ich nur noch Bilder haben, damit Du was zum gucken hattest, nachdem Du geboren wurdest.“</em> Ich lächelte. Er lächelte.</p>
<p>Wortlos springt er von meinem Schoß und rennt wieder um die Hausecke. Ich blicke der Sonne nach und hoffte dass er etwas von dem verstanden hatte, was ich ihm erzählte. Mit einer kleinen Träne in meinem Auge verschwindet die Sonne.</p>
<p><small>&#8212;<br />
Foto: © Carsten Steps &#8211; Fotolia.com</small></p>
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		<title>Fräulein Meyer</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 11:01:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Luttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Fräulein Meyer, gefühlte 82 Jahre, aber immer noch nicht verheiratet, schlendert mit ihrer kackhässlichen braunen Wildlederhandtasche über die Flaniermeile der kleinen Stadt. Die Haare dem Alter entsprechend hochgesteckt, im schicken Kostüm. Fräulein Meyer spaziert also so über den Bürgersteig, als Ihr Frau Siedenbum entgegen kommt. „Ach. Hallo Frau Siedenbum. Wie geht es Ihnen? Ist es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fräulein Meyer, gefühlte 82 Jahre, aber immer noch nicht verheiratet, schlendert mit ihrer kackhässlichen braunen Wildlederhandtasche über die Flaniermeile der kleinen Stadt. Die Haare dem Alter entsprechend hochgesteckt, im schicken Kostüm. Fräulein Meyer spaziert also so über den Bürgersteig, als Ihr Frau Siedenbum entgegen kommt.</strong></p>
<p>„Ach. Hallo Frau Siedenbum. Wie geht es Ihnen? Ist es nicht schön, dass heute mal die Sonne scheint? Wir hatten ja so einen furchtbaren Sommer in diesem Jahr? Finden Sie nicht auch? Und kalt war es. Kalt. Furchtbarkalt.“</p>
<p>Frau Siedenbum war gerade im Begriff zu antworten, als Fräulein – sie besteht drauf – wieder das Wort ergreift.</p>
<p>„Es war so schrecklich kalt, dass ich im August sogar heizen musste. Frau Siedenbum. Im August. Normalerweise würde ich in diesem Monat neckischer Weise meine weißen Beine in die warme Sonne halten. Aber so? In diesem Jahr? Ach Frau Siedenbum. Der Sommer war nicht atemberaubend. Im Gegenteil. Skandalös möchte ich sagen. Skandalös. Da muss man sich wirklich überlegen, ob man am Sonntag noch in die Messe geht. Bei der ganzen Kirchensteuer, die man zahlen muss. Die bräuchte ich eigentlich für die Heizkostenrechnung.“ Fräulein Meyer kichert.</p>
<p><span id="more-6535"></span>„Sie haben Recht, Frau Meyer“, antwortet Frau Siedenbum.<br />
„Fräulein Meyer bitteschön. Fräulein Meyer. Geheiratet habe ich nie.“<br />
Und während Fräulein Meyer weiter kichert, weiß Frau Siedenbum warum sie nie geheiratet hat. Und sie konnte es den Männern nicht verdenken.</p>
<p>„Nein aber ernsthaft Frau Siedenbum? Waren sie am letzten Sonntag in der Messe? Ich kann ihnen sagen, die Menschen dort, haben mit den christlichen Grundwerten nicht mehr viel am Hut. Stellen sie sich nur einmal vor, was Frau Koschmieder trug. Die sah aus, als hätte sie ihre Kleidung von der Tafel. Dabei ist ihr Mann doch leitender Angestellter. Da sollte man doch meinen, dass diese Dame sich den Umständen entsprechend kleiden könnte. Und Frau Siedenbum, haben sie gehört? Frau Briegenkötter soll ihrem Mann, ich mag es gar nicht sagen, untreu gewesen sein. Ihrem lieben, netten Mann. Aber dann Hand in Hand zur heiligen Kommunion gehen. Das diese Leute sich nicht was schämen. Verlassen sie sich drauf, Frau Siedenbum, ich habe verlässliche Quellen. Die ich aber nicht weiter nennen möchte. Sie verstehen? Man möchte ja nicht, dass diese Quellen irgendwann versiegen. Oder wie sagt man?“</p>
<p>„Nein, natürlich nicht, Fräulein Meyer. Gewiss nicht. Aber haben Sie gehört…“</p>
<p>„Papperlapapp. Frau Siedenbum. Allen ernstes. Papperlapapp. Sie sollten nicht auf das Gewäsch der Leute hören. Dort wird viel getratscht und jeder weiß etwas besser. Profilneurose nennt man so etwas. Wichtigtuerei. Aber das Wetter Frau Siedenbum. Das Wetter. Das ist dieses Jahr doch mehr als verkorkst. Warum ist das so? Haben wir nicht schon genug gelitten? Damals? Nach dem Krieg. War das nicht schon hart genug? Und heute? Heute, wo wir alt sind und uns ausruhen möchten? Da regnet es. Den ganzen Tag. Nun gut, Frau Siedenbum. Ich könnte auf dem Sofa liegen und mich entspannen. Aber schalte ich das Fernsehprogramm an, Frau Siedenbum, sie glauben es nicht. Sie glauben es nicht. Die Menschen dort. Unglaublich. Haben Sie in letzter Zeit mal das Fernsehgerät eingeschaltet?“</p>
<p>„Ja. Neulich…“</p>
<p>„Stimmt. Neulich. Da lief Heidi Kabel im Fernsehen. Das hatte ich mir auch angesehen. Heidi Kabel. Auch schon verstorben. Leider. Das Ohnsorg-Theater mit Henry Vahl und Heidi Kabel. Das war noch Unterhaltung. Aber heute? Frau Siedenbum, ich weiß nicht. Wo kommen wir dahin? Wird mal wieder Zeit, dass da jemand kommt und richtig hart durchgreift.“</p>
<p>Während Fräulein Meyer wieder einmal kichert, resigniert Frau Siedenbum und gibt auf.</p>
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		<item>
		<title>Biogas und Ferkelpreise</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 08:35:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Luttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>

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		<description><![CDATA[Literatur. Eine Rubrik, die ich in Zukunft etwas mehr nutzen und Euch hier mit meinem eigenen Scheiß quälen möchte. Beginnen möchte ich mit einer „kleinen Kurzgeschichte“, die drei Teile lang sein soll. Es geht hierbei um Robert, einem Metalfan der zu der Hochzeit seiner spießigen Cousine Carola eingeladen wurde und mal überhaupt keinen Bock auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Literatur. Eine Rubrik, die ich in Zukunft etwas mehr nutzen und Euch hier mit meinem eigenen Scheiß quälen möchte. Beginnen möchte ich mit einer „kleinen Kurzgeschichte“, die drei Teile lang sein soll. Es geht hierbei um Robert, einem Metalfan der zu der Hochzeit seiner spießigen Cousine Carola eingeladen wurde und mal überhaupt keinen Bock auf die Verwandtschaft hat. Der erste Teil findet in Roberts kleiner Wohnung statt und er beschreibt, was ihm durch den Kopf geht, wenn er an die Hochzeit denkt…</strong></p>
<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-5983" title="cig" src="http://pirgofabrik.de/wp-content/uploads/2011/07/cig.jpg" alt="" width="600" height="400" /><br />
</strong></p>
<h3 style="padding-left: 30px;">Biogas und Ferkelpreise<br />
<em>Eine Hochzeit auf dem Land &#8211; Teil 1</em></h3>
<p style="padding-left: 30px;">Ich hatte keine Lust. Überhaupt keine Lust. Deswegen drückte ich mir erst einmal eine Marlboro Light ins Gesicht und öffnete mit meinem Feuerzeug eine Flasche Becks, bevor ich die Zigarette, eine von denen die mich irgendwann einmal umbringen würden, entzündete. Mit einer lässigen Bewegung strich ich einen Teil meiner Matte hinters Ohr und ließ mich galant in den grünen Sessel fallen, den ich irgendwann mal von meinem Opa geerbt hatte. Gott hab ihn selig.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Eine meiner Cousinen väterlicherseits, Carola, hatte mich schon vor Wochen zu ihrer grünen Hochzeit eingeladen und meine Mutter hielt es für eine gute Idee, mich dort blicken zu lassen, schließlich hätte ich Onkel und Tanten schon seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen, was mir persönlich auch recht gut in den Kram gepasst hatte. Verkackte Brut. Alleine der Gedanke an Tante Johanna, die einer Oma nicht unähnlich war und sich selbst für die allercoolste hielt, trieb mir die Kotze an den Gaumen. Ich konnte sie schon wieder vor mir sehen, wie sie mich musterte, an meinen langen Haaren hängenblieb und sagte, dass echte Männer so etwas nicht tragen würden. Und dann ihre dämliche, dreckige Lache. Widerlich. Ein Blick zu ihrem Mann, Onkel Gustav, bestätigte mir dann aber, dass ich kein echter Mann sein wollte, wenn echte Männer fett, hässlich, dumm waren und dabei ne Halbglatze trugen, die von dünnem Haar, von links nach rechts gekämmt, bedeckt wurde.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Ich nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche und schaute zu dem Anzug rüber, den meine Mutter mir besorgt hatte. Jedenfalls war er schwarz. „Und mach dir bitte einen Zopf. Das sieht dann besser aus.“ Ich liebe meine Mutter. Ernsthaft. Sie ist die einzige in dem ganzen Haufen die sich nicht über mein HEAVEN SHALL BURN Shirt aufregt, auf dem ein Mönch zu sehen ist, der dem Betrachter ein blutendes Herz entgegen hält. Sie steht zu ihrem Jungen. Ist stolz auf ihn. Wie gesagt, ich liebe meine Mutter.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Nachdem die Zigarette geraucht und auch der letzte Tropfen Pils aus der Flasche geprügelt wurde, stand ich auf und zog mich um. Im CD-Player lief die neue Scheibe von BRING ME THE HORIZON. Brauchte ich auch, denn wusste ich doch, dass das rote Pferd, die bescheuerten Cowboys und Indianer, irgendwelche anderen Schlageraffen und noch mehr bescheuerte Ballermanntänze auf mich warten würden, die ich gekonnt mit einer Flasche Whiskey an der Theke aussitzen würde. Aber es waren nicht nur die „Partytänze“ die mich ankotzten. Auch das Hans und Franz ein Gedicht aufsagen, ein Spiel spielen und sich gegenseitig in Lustigkeit übertreffen mussten, ging mir schon vor Beginn der Feierlichkeiten auf den Sack. Oder Onkel Alfred. Der Fips Asmussen aus dem Busch, der aussieht als hätten sie ihn gerade mit ner Brotkruste ausm Wald gelockt. Der witzigste Mensch auf dem Planeten, der jeden und alles ins Lächerliche zieht und dabei so aussieht, wie – ich kann es gar nicht beschreiben – jedenfalls würde ich so aussehen, ich würde lachend in eine laufende Kreissäge springen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Man kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich ein schlechter Mensch bin. Ich mag die meisten Menschen nicht, was natürlich in erster Linie an mir liegt aber auch zu großen Teilen an der verlogenen Einstellung die viele von denen haben. Vorne Hui, hinten Pfui und immer schauen was die Nachbarn sagen. Muss ich nicht haben. Vor allem deswegen, weil ich auffalle. Nicht weil ich es will, sondern nur, weil ich nicht so sein möchte wie die anderen. Es klingelte an der Tür. Meine Mutter war gekommen um mich abzuholen. Es war 16:30. Die Messe begann um 17:00. Schnell lief ich am Küchenschrank vorbei und drückte mir 4 kleine Kümmerling in die Jackentasche. Für die Kirche eine super Idee…</p>
<p><strong>Ende Teil 1</strong></p>
<p>Im nächsten Teil wird Robert in der Kirche sitzen, das erste Mal mit Tante Johanna und Onkel Gustav aneinander geraten und erkennen, dass 4 kleine Flaschen Kümmerling für eine Messe keine gute Idee war…</p>
<p><small>&#8212;<br />
Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/pyxopotamus/3565508108/sizes/o/in/photostream/">me and the sysop</a></small></p>
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