Eigentlich sollte ich eine neue Folge „immer wieder sonntags“ schreiben. Eigentlich sollte ich meine Wäsche bügeln. Eigentlich sollte ich meine Mutter besuchen. Eigentlich sollte ich, aber ich habe keinen Bock. Nein, ich habe verdammt noch mal keine Lust, heute irgendwas Produktives anzustellen. Stattdessen möchte ich lieber auf dem Sofa sitzen, die Fernbedienung ins unendliche vergewaltigen und mich vom sinnlosen und hirnlosen Fernsehprogramm berieseln lassen. Aber selbst dazu kann ich mich nicht aufraffen, also sitze ich hier in meinem Arbeitszimmer und hämmere wie bekloppt auf meiner Tastatur herum um Euch diesen geistigen Brei näher zu bringen. Wenn ihr versteht, was ich meine.
Sicherlich liegt es am Wetter. Genau, dass Wetter ist schuld, wie eigentlich immer. Das Wetter ist immer an allem schuld. So kann man es sich einfach machen. Kleine Regentropfen laufen an den Scheiben meines Arbeitszimmers herunter. Auf der Straße spielt ein Kind in den Pfützen. Aus dem Schornstein des Nachbarhauses steigt weißer Qualm in den Himmel empör. Sicherlich wurde dort gerade ein neuer Papst gewählt. Vielleicht nicht.
Und wenn man so, gedankenverloren und total unmotiviert an seinem Rechner sitzt, kommen einem doch die obskursten Ideen in den Kopf. Man könnte einen Spaziergang machen, einen Freund besuchen oder vielleicht doch die Mama. Aber der Plan wird voraussichtlich an dem Punkt scheitern, an dem ich mich bücken muss, um mir die Schuhe anzuziehen.
Also sitze ich hier alleine in meiner Wohnung, zähle die Regentropfen an den Fensterscheiben und schlage wie wild auf meine Tastatur ein. Auf dem Tisch liegt ein Apfel, daneben eine Banane. Im Kühlschrank befindet sich noch Salami, Chesterkäse und Toast. Ich könnte mir also was zu essen machen. Eine geniale Idee.
Ihr merkt sicherlich schon, heute ist mit mir nicht viel los. Irgendwie. Sicherlich fehlt mir die frische Luft, denn ich hab es bislang noch nicht geschafft, die Fenster zu öffnen. Ihr wisst schon, aufstehen und so. Eine dumme Sache, an einem verträumten Sonntagmorgen.
Nein, es nützt nichts. Ich werde mich nun motivieren müssen, irgendwas ausfressen, frische Luft schnappen. Als erstes schmeiße ich die Akkus meines Blitzgerätes an den Strom, werde mir eine Kleinigkeit zu essen machen und mich dann in meine Boots schmeißen um dem Regen zu trotzen. Ich werde meine Kopfhörer in die Ohren stecken, mich von metallischer Musik berieseln lassen, meiner Kreativität freien Lauf lassen. Und ich werde meine Mama besuchen, denn ehrlich gesagt, gibt es da sonntags immer den besten Kuchen. Auf meine Fastenkur scheiß ich heute einfach mal. Schließlich ist heute Sonntag und da sollte man was erleben, sich etwas gönnen.





